Archiv für Mai 2009|Monatliche Archivseite

Zeit

„Sie haben mir zugesagt, dass dieses Notebook mindestens 120 Minuten Akkulaufzeit hat! Wir haben das getestet. Das Gerät hat aber maximal 2 Stunden Laufzeit!“..

Ohne Worte?

Der hätte knuffig sein können..

.. wenn er nicht am Ende noch so patzig reagiert hätte.

Wer? Der ältere Herr, der einen Drucker gekauft hat und daheim dann erst einmal das beiliegende (recht umfangreiche) Handbuch studiert hat. Anschliessend kam er dann zurück und tippte wild auf eine Stelle in diesem Handbuch. „Da fehlte was in der Packung! Die schreiben von einem Handbuch, das müssen sie nachliefern!“.

Was stand dort? „Ausführliche Anleitung : elektronisch auf CD“

„Diese ausführliche Anleitung finden sie auf der CD!“ meinte ich und dachte, das Problem wäre gelöst. Echt, machmal hilft das. Der Mann fuchtelte aber nur mit der Treiber-CD vor meiner Nase herum : „Da ist nichts drauf! Da steht nur „Treiber CD deutsch“ drauf, mehr nicht!“.

„Ähm. Elektronisch auf der CD bedeutet, dass sie die CD schon mithilfe des Computers öffnen müssen um dann auf dem Bildschirm die..“

„Bildschirm? Geht nicht, da les ich keine Anleitung drauf, da bekomme ich ja Kopfschmerzen. So ein Betrug!“

„Naja, sie könnten die Anleitung ja auch einfach ausdrucken?“

„Und was machen die Leute, die keinen Drucker haben? Schon mal drüber nachgedacht? So ein Betrug!“

Nee, is klar. Wer keinen Drucker hat, kann sich natürlich auch die Anleitung des Druckers nicht ausdrucken. Logisch.

Vielleicht sollte man erwähnen, dass in der gedruckt beiliegenden Anleitung definitiv alles erwähnt wurde, was man an Wissen benötigt um mit dem Gerät auch drucken zu können.

Rotzfrech

Zwei Beispiele frechen Verhaltens, beide gerade erst erlebt. Einem Kunden zeigte ich ein paar Kniffe, wie er sein Notebook etwas flotter und effektiver nutzen konnte. Anschliessend kamen wir noch etwas zum Thema „externe Festplatten“ ins Gespräch. Während ich also so vor mich hin dozierte griff er in meine Brusttasche, nahm sich den dort steckenden Kugelschreiber und verstaute ihn in seiner Jacke. Ähhm? „Entschuldigung, das war jetzt aber mein Stift.“ – „Oh. Aber ich sammle Kugelschreiber!“. Sprachs und ging. Mitten im Satz.

Zweiter Punk : Ein (sehr viel) älteres Ehepaar, laut Aussage der Kollegin im Finanzierungsbüro bei über 80 Jahre alt, plante auf Anraten ihrer in Schweden lebenden Tochter den Kauf eines Computers. Ohne Erfahrungen oder wasauchimmer. Die preiswerten Nettops, die für ihre Ansprüche gereicht hätten (ein wenig Text, ein wenig Internet, Skype) wollten sie nicht, zu billig. Ihnen wurde gesagt, unter 1000 Euro gibts eh nix und das was es gibt reicht nicht mal für Word, was auch immer das sein mag.

Die Frau steuerte ihren Rollator zielsicher auf einen iMac zu und wollte diesen dann auch haben. Pflichtbewusst erzählte ich noch etwas dazu, allerdings merkte ich schon, dass wenig davon bei den Leuten ankam. „Einen PC brauchen wir ja eigentlich nicht. Wir haben ja von Arcor so ein Teil bekommen, das macht ja schon alles!“ und zeigten mir eine Starterbox. „Die macht alles um ins Internet zu kommen, ja. Aber einen PC brauchen sie ja trotzdem. Und da reicht der preiswerte da vo…“ – „Nein, das muss schon was gutes sein. Auch wenn wir das schon alles haben. Das muss was gutes sein. Diesen Äbbäel EiMeck nehmen wir. Sie haben doch bestimmt mal Zeit und den Anzuschliessen und und zu zeigen wie das alles funktioniert.“ . Ich verneinte mit Hinweis auf nicht sehr freundliche Arbeitszeiten und um die seltene Freizeit bettelnde Familie.

„Aber am Samstag da hat jeder frei. Da können sie doch sicher mal vorbeikommen.“

Ich habe sie dann nur leise gefragt, welchen Wochentag wir denn gerade haben. „Hmm. Samstag?“ – „Eben. Und, habe ich frei?“