Geschenke

Mitarbeiter der Kette für die ich arbeite sind per Dienstanweisung angehalten, keine Trinkgelder oder Geschenke von Kunden, Aussendienstlern oder anderen Personen anzunehmen. Da wird sehr schnell „geldwerter Vorteil“ gebrüllt und man kann ernsthafte Konsequenzen befürchten, wenn man dagegen verstösst. Nun ist es allerdings so, daß einige Kunden sich sehr gerne für eine intensive Beratung oder ein kostenloses Fehlerbeheben auch persönlich bedanken wollen. Da gehen einige sehr kreativ vor, das muss man den Leuten schon lassen. Ältere Herrschaften drücken einem da die Hand und hinterlassen einen Fünfer oder Zehner (was allerdings trotzdem nicht erlaubt ist von der Konzernspitze). Jüngere Leute sind da einfallsreicher und kommen später wieder, um einen Umschlag in einer Schublade zu deponieren, auf dem der Name des beglückten Verkäufers steht und sich dann Geld oder ähnliches befindet (auch das dürfen wir aber leider nicht annehmen). Sachgeschenke sind auch beliebt, unsere Abteilung freut sich zum Beispiel immer über auf dem Tisch hinterlassene Packungen Gummibärchen und ähnlichen Süsskram.

Ein paar Kunden wollten das aber so nicht hinnehmen. Ein sehr sehr alter Herr war da vor längerer Zeit sehr knuffig (damals arbeitete ich noch gaanz woanders) – der lauerte mir im Bahnhof auf meinem Nachhauseweg auf und drückte mir einen kompletten PC in die Hand. „Das ist mein alter PC, ich hab jetzt nen neuen, brauche den nicht. Bevor meine Enkel den bekommen, da schenke ich den doch lieber ihnen!“ . Und so schlecht war der Rechner gar nicht!

Nett war auch der Herr, der mir selbstgemachten Honig vermachte, als ich gerade mein Fahrrad aufschliessen wollte. Und der andere Kunde, der mir, als er mich zufällig im Bus traf, eine Flasche Sekt in die Hand drückte. „Die habe ich eh über und ich wollte mich noch einmal bedanken, weil sie mir doch so gut geholfen haben.“ .. Hach, nett!

Warum ich das schreibe? Damit ich in einem Monat oder zweien diesen Eintrag lesen kann und mich freue, daß es auch nette Menschen gibt 😉 . Die Freundlichkeit verlieren viele Leute im Weihnachtsstress nämlich sehr schnell.

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2 comments so far

  1. Unlogicial on

    Hach so nette Kunden hat man doch gerne…

    Aber bzgl. Geschenke von Kunden ist das bei uns nicht anders, man darf nix annehmen, aber du solltest darauf achten, dass geldwerter Vorteil von weniger als 5 Euro nicht zu beachten ist, also kleinere Dinge mit einem Wert von max. 5 Euro sind jederzeit bedenkenlos

  2. computerfuzzi on

    Meist sind es dann doch mehr als 5 Euro.. 😉

    Neulich wars cool – ich wollte gerade in der Mittagspause gemütlich beim Asiaten nebenan essen gehen, hatte mein Menü schon bestellt und wollte zahlen, da legt mir jemand die Hand auf die Schulter und meint : „Passt schon, ich mach das.“ .. Dem Kunden hatte ich eine Stunde zuvor bei seinem Notebook geholfen und er war latent enttäuscht, daß ich eben kein Trinkgeld bekommen darf. War nett 😀 ..


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