Rechtsanwalt verhilft zu Recht – auch wenn man nicht im Recht ist..

So kommt es mir zumindest vor. Beispiel : Kunde kauft Monitor, 24″ TFT, nicht sehr preiswert und mit viel Klavierlack am Fuß und Rahmen. Exakt 14 Tage später erscheint der Kunde mit dem Monitor wieder im Laden und will ihn zurückbringen. An sich kein Problem, machen wir fast immer, auch wenn es kein Gesetz gibt, das es uns vorschreiben würde. Jetzt war es aber so, dass der Kunde den Monitor nicht sonderlich gut behandelt hat. Die Klavierlackoberflächen waren durchweg zerkratzt und stumpf, auf dem Screen befand sich ein Kratzer und die Verpackung sah aus, als ob der Hund darin geschlafen hätte.

Eigentlich ein no-go für die Rücknahme, wenn wir schon Kulanz anbieten, dann sollte sich die Gegenseite bitte auch etwas kooperativ halten. Trotzdem war mein Kollege freundlich und hat angeboten, den Monitor zurückzunehmen, allerdings verlangte er einen Abschlag von einigen Euro wegen offensichtlicher Wertminderung. Das wollte der Kunde aber nicht einsehen, wurde rot, explodierte fast und brüllte in der Gegend herum, dass er ja recht habe und sein Anwalt sich drum kümmern würde und und und. Ich frage mich, was in solchen Hirnen vorgeht. „Ich kann mir nehmen was ich will und damit umgehen wie ich will, am Ende gibts ja eh Geld wieder. Und wenn nicht, mein Anwalt wirds schon richten.“?

Klar, wird ja auch von der „Elite“ des Staates vorgelebt. Wer als armer Angestellter nur in den Verdacht gerät, den Arbeitgeber um einen Euro betrogen zu haben fliegt, wer als ausreichend begüterter Mensch mit guten Anwälten ein paar Millionen in den Sand setzt oder sich sonstwie illegal verhält wird verhätschelt und hat keine Konsequenzen zu befürchten.
Glücklicherweise wurde ich zumindest noch nie erfolgreich von einem solchen Kunden verklagt.

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11 comments so far

  1. Hoschi on

    Nach 14 Tagen ist doch überall Rückgabegewährleistungsgarantie nach neuem EU-Recht drauf, oder? (Gilt besonders bei Handy-Verträgen)

  2. noch ein Markus on

    wie meinst du jetzt das Wort „Hirn“ in Verbindung mit so Leuten?

  3. Matti12 on

    Hallo Hoschi,
    Soweit ich weiß, gibt es im laden kein Recht auf rückgabe. Das was Du meinst gilt im Fernabsatzgesetz. Denn im Internet oder am Telefonkan man die Ware ja nicht sehen. Im Laden schon. Deshalb ist das meistens gewährte Rückgaberecht reine Kulanz des Händlers.

    Bei uns in der Augenoptik sieht das meist so aus, dass dem Kunden pünktlich NACH 2 Jahren einfällt, dass sich bei den total verkratzten Gläsern die Entspiegelung löst. und dann soll sowas trotzdem unter Garantie laufen – er ist ja so ein guter Kunde, der wenigstens alle 10 Jahre eine neue (Billig-)Brille kauft. Der Zustand der Gläser verrät aber, dass die erstens miserabel behandelt wurden und zweitens mindestens schon 3/4 Jahr so aussehen.

  4. Riffer on

    In so einem Fall hätte sich der Kunde eher schämen müssen, überhaupt eine Rückgabe zu verlangen. Statt also kleinlaut zu sein, reisst er die Klappe auf.

    Das sind DIE kommenden Amok-Läufer. Soziopathen mit Geld.

  5. computerfuzzi on

    Naaahey, der Typ mag Choleriker sein, etwas dumm im Kopf vielleicht und unter Garantie sozial inkompetent. Aber Amokläufer wird man von CS und FarCry2, das wissen wir doch alle. Oder? *zwinker*

  6. StevieMC on

    Ich hoffe doch wohl, daß sich der Umtausch damit erledigt hat, oder ? Habe vor Jahren mehrmals erlebt, daß Kunden, die rumbrüllen meist noch Recht vom Chef kriegen z.B. bei Rücknahme. Mein Ex-Chef hatte klare Regeln aufgestellt, WANN umgetauscht/Geld zurück erlaubt war (Zeitrahmen, Umtausch gegen Gutschein etc.). Dauernd umgingen die „schlauen“ Kunden diese Regelungen, indem laut nach dem Vorgesetzten Entscheidungsträger geblökt wurde. Egal ob in der Abteilung oder der Info: meist gab es die „einmalige“ Ausnahme der Regel von genau demjenigen, der die Regel aufgestellt hatte, nur um außerhalb des Büros nicht das Gesicht zu verlieren. War für uns im Verkauf natürlich blöd: wir sagten „Hüh!“ und der (Büro)Vorgesetzte „Hott!“. Kennst Du das auch ?

  7. computerfuzzi on

    Ich hatte da mal so einen netten Abteilungsleiter. Habs wahrscheinlich sogar schon einmal hier im Blog erwähnt – da kam eine Kundin mit einer Videoschnittkarte, die sie ein knappes Jahr zuvor gekauft hatte, ohne Verpackung, nur mit Plastikhülle und Treiber-CD. Absolut staubig und versifft alles. „Zurückgeben! Garantie!“. Ich habe ihr die Rücknahme verweigert, da sie auch zugegeben hat, dass sie die Karte einfach nur nicht mehr benötigt und da kein Defekt vorliegt. Sie brüllt nach dem Teamleiter, welcher dann auch rauskam und.. klar.. ihr die Karte anstandslos mit Blick auf den dummen Verkäufer zurücknahm. Diese Karte lag ein gutes Jahr später immer noch als unverkäuflicher Müll im Lager herum, da die produzierende Firma mittlerweile schon länger insolvent war und nicht einmal „Auf Garantie einschicken und hoffen“ geholfen hätte. Die Tussi hat mich angeschaut, grausam.

  8. Andy on

    Immer die Diskussionen wegen dem „Umstauch/Rückgaberecht“. So etwas gibt es im stationären Einzelhandel einfach nicht!
    Schlimm, dass die grossen Elektronikketten das selbst bei solch krassen Fällen so „kulant“ handhaben. Das setzt uns kleine Computerbuden ganz schön unter Druck, ähnliches anzubieten!

  9. computerfuzzi on

    Naja, so gut tut es uns in den großen Ketten auch nicht. Ist aber dummerweise die einzige Chance, überhaupt noch mit dem Internethandel mitzuhalten.

  10. Anita on

    Bei Hunden ist das so:

    Wenn ein kleiner Hund auf einen weit groeszeren Hund trifft, wird er Demutsgesten machen und im Zweifelsfall davonlaufen, damit der grosze Hund ihm nichts tut.
    Wenn der kleine Hund aber angeleint ist, kann er nicht davonlaufen, wenn er vom groszen Hund angegriffen wird.
    Deshalb faengt ein kleiner Hund auch sofort an zu klaeffen und aggressiv zu werden, wenn er an der Leine ist und auf einen ueberlegenen Gegner trifft, um ihn einzuschuechtern, weil er weiss, dass er nicht davonlaufen kann.

    Bei Menschen ist das haeufig auch so:

    Es gibt viele Leute, die, wenn sie genau wissen, dass sie _nicht_ Recht haben, laut und aggressiv werden, in der Hoffnung, dass sie andere Leute damit beeindrucken. In der Hoffnung, dass die Leute denken: „Hey, wenn der so das Maul aufreisst, wird er schon recht haben, sonst wuerde er das ja nicht machen. Niemand wuerde so laut bruellen, wenn er nicht die Gewissheit haette, Recht zu haben!“ Das Lustigste daran ist: das klappt haeufig sogar. Die Leute glauben wirklich, sie haetten keine Chance gegen den vermeintlich ueberlegenen Gegner.

    Ergo: die Strategie ist durchaus erfolgreich.

  11. Ben on

    Wie oft wurdest du denn schon „unerfolgreich“ von Kunden verklagt? oO


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