Unfreundliche Dame

Ich berate da gerade fleissig einen jungen Mann, der sich für Gamerhardware (Maus, Tastatur, etc..) interessiert und auch durchaus auf hochwertige Produkte wert legte. Das kann unter Umständen eben auch mal ein paar Minuten dauern und ich plaudere auch gerne mal ein paar Sätze mit der Kundschaft, wenn ich sehe, dass gerade niemand anderes wartet und nicht bedient wird oder werden kann.

Einzig eine ältere Dame wartete, wurde aber von meiner Kollegin begrüsst und ins Netzwerkregal geführt, alles ok also.

Offenbar doch nicht, nach einer knappen Minute kam diese Dame um die Ecke gebogen und stellte sich mit in den Hüften verschränkten Armen in den Gang. Allerdings sagte sie nichts, daher zählte ich weiter die Vorzüge von Logitechs MX518 und G5 auf (ich mag die Ergonomie der Dinger..). Nach kurzer Zeit räusperte die Dame sich und begann zu fluchen. Laut.

„Junger Mann, ich brauche hier DRINGEND Beratung. Das kann ja wohl nicht angehen, dass der Mensch da eine Beratung wegen einer Maus braucht. So eine Maus kauft man einfach, das ist doch nichts, die kostet doch nichts, was soll das denn?“

Da sie mittlerweile schon recht rot im Gesicht war grinste mein Kunde mich nur an und meinte, ich solle die Dame doch zwischendurch schnell bedienen, nicht dass sie uns noch an einem Herzinfarkt stirbt 😉 .

Letztendlich benötigte die Frau nur einen WLAN-Router, den ich ihr mit ein paar Erklärungen gespickt („Mehr brauchen sie nicht sagen, installieren muss den eh mein Sohn.“) in die Hand drückte. Den gleichen Router, den auch meine Kollegin schon ausgewählt und präsentiert hatte. DAS wurde allerdings komplett ignoriert. Verabschiedet wurden wir dann mit zwei Sätzen. Der erste :

„Na sehen sie mal, das hat sich doch auch für ihr Geschäft gelohnt, nicht so wie eine popelige Maus.“

Und der zweite :

„Sie sind nett junger Mann, ich wünsche ihnen viel Erfolg im Ehebett!“

Danke, den Erfolg hatte ich schon, mein Sohn ist toll, knuffig und niedlich, meine Frau die beste der Welt. Und : Der tolle Router hat 24,99 Euro gekostet, die popelige Maus hat zusammen mit anderer Hardware insgesamt über 100 Euro Umsatz gemacht, Gewinnspannen plaudere ich allerdings nicht aus..

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11 comments so far

  1. noch ein Markus on

    „…viel Erfolg im Ehebett!“
    😀

    das ist ja mal eine zufriedene Kundin.
    *rollweg*

  2. Melly on

    *rofl*

    na das wird deine Liebste aber freuen – die Dame wusste eben, worauf es ankommt, nach der Ehe gibts ja keinen Sex mehr 😛

    *flüster: btw, mein Link hat sihc geändert… *

  3. Corthalion on

    *hrhr* 😀

  4. Anita on

    Ja, auch Frauen haben Vorurteile gegenueber Frauen.
    So nach dem Motto: „Ich blick es nicht, dann kann es eine andere Frau auch nicht blicken!“

  5. Kathrin on

    Ich hab mir eben auch ENDLICH die perfekte Maus für mich gekauft. Logitech VX Revolution – endlich eine Lasermaus mit allen notwendigen und auch nicht notwendigen Tasten, die ich ohne Verrenkungen mit meinen leider recht kurzen Fingern bedienen kann, die aber doch nicht so fipsig ist wie die meisten Notebook-Mäuse. Halleluja! Ich will nie wieder eine andere. Mein Mann schwört mit seiner Handanatomie übrigens auf die alten Microsoft Trackballs – aber die gibt’s ja leider nicht mehr und die verschleißen ja doch trotz regelmäßiger Reinigung nach 2-3 Jahren. Den letzten auf Vorrat gekauften hat er vor knapp einem Jahr ausgepackt. Danach muss er sich wohl auch ein anderes Eingabegerät suchen – er hat leider überdurchschnittlich lange Finger (nicht im übertragenen Sinne). Wenn du da ne Empfehlung hast… (Die Trackballs von Logitech „passen“ leider nicht – schon alle probiert.)

  6. Crizzo on

    😀

    Popelige Maus…die Frau hat mal wieder Null Peil und stellt sich einfach mal über den anderen Kunden…pff.

  7. F. on

    Die G5 ist klasse, die G9 aber noch einen Tick besser IMHO. 🙂

  8. StevieMC on

    Echt der Brüller die Dame! Gut, daß es solche Menschen gibt (wenigstens als schlechtes Beispiel), sonst könntest Du diesen Blog schließen. Aber WARUM hat sie nicht bei Deiner Kolegin gekauft? Ich kenne solche Vorurteile nur von Männern, die die Kollegin in der Kleingeräteabteilung (speziell: Trockenrasierer) nach einem männlichen Kollegen fragten, da „Sie als Frau doch keine Ahnung davon haben!“.

  9. computerfuzzi on

    Ich mag kaum erwähnen, dass sie am Samstag den Router zurückgegeben hat. „Der lässt sich nicht einrichten, mein Sohn kennt ja jemanden der einen Fachinformatiker kennt, der hat Ahnung und der hat den nicht eingerichtet bekommen.“

    Warum eigentlich geben die Stresskunden die Ware IMMER zurück anstatt sie zu behalten? Ich sollte zum nächsten Stresstypen gleich sagen „Nee, ihnen verkaufe ich nichts, sie sind doof, das merke ich. Sie geben das Ding eh zurück.“

  10. StevieMC on

    Bringt leider nichts – dann rollt das Beschwerdemanagement an: Abteilungsleiter bzw. direkter Vorgesetzter oder Marktleiter werden auf „diesen unfreundlichen Mitarbeiter“ aufmerksam gemacht. Könnte dem Verkaufenden ja egal sein, wenn die Angesprochenen voll hinter ihrem Mitarbeiter stehen. Aber auf Dauer erkennt man seine Streßkunden auf 100 m …

  11. computerfuzzi on

    Heute war sie wieder da. Offenbar hat sie zwischendurch noch einen anderen Router mitgenommen und einrichten lassen. Ging auch wieder nicht. Also wollten sie und ihr Sohn heute den anderen Router zurückgeben und motzen. Das haben sie versucht. Bis ich rausgefunden habe, dass sie mir die ganze Zeit verschwiegen haben, dass sie das vorhandene DSL-Modem nicht benutzen sondern gehofft haben, dass der Router auch ohne Modem funktioniert. Argh.


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