Kein Service hier, sowas aber auch

Zuerst einmal – ich lebe noch 🙂 . Aber leider fehlt mir momentan aufgrund diverser anderer „Projekte“ und dem Warenlieferungswahnsinn der Vorweihnachtszeit etwas die Zeit. Ich gelobe aber, dieses Blog nicht zu vergessen.

Und natürlich geschehen auch weiterhin nette oder nicht so nette Episoden beim Verkauf. Heute haben wir es mit einem verständnislosen Druckerkäufer zu tun.

Besagter Herr erwarb vor gut vier Wochen einen Drucker der Marke Hewlett Packard. Ich erinnerte mich sogar noch an ihn, einen schweizer Dialekt hört man nämlich hier in der Gegend recht selten. Eigentlich sagte er allerdings beim Kauf des Druckers nicht allzu viel, Beratung wünschte er nämlich nicht, er kenne sich aus.

Einen knappen Monat nach dem Kauf dieses recht preiswerten Multifunktionsgerätes erschien besagter Herr wieder im Laden, seinen Drucker umklammernd. Er wolle das Gerät doch gerne zurückgeben, der Drucker wäre nicht kompatibel mit seinem Computer.

Nun. Generell müssen wir gar nichts zurücknehmen, zumindest nicht ohne berechtigte Beanstandung wie einem Defekt (und selbst in diesem Falle werden viele Dinge zur Reparatur eingeschickt). Da er noch recht freundlich war hätte ich ihm den Drucker sogar zurückgenommen – wenn er denn „wiederverkaufsfähig“ gewesen wäre. Der Drucker, nicht der Kunde. Bedeutet, dass die Originalverpackung vorhanden sein muss, alle Beilagen, möglichst ungeöffnet. Was gar nicht geht, sind benutzte Tintenpatronen. Vor allem nicht, wenn diese offenbar schon halb leer gedruckt wurden.

Genau diesen Punkt erklärte ich ihm. Und an einem „Es tut mir leid, diesen Drucker kann ich nicht mehr zurücknehmen. Sie haben die Patronen bereits benutzt, der Drucker weist Kratzer auf, die Verpackung ist nicht mehr vorhanden. In diesem Zustand würde dieses Gerät kein Händler aus Kulanz zurücknehmen.“ Anschließend versuchte ich noch, eine Lösung für sein Inkompatibilitätsproblem zu finden. Das einzige Problem war nämlich, dass er eine etwas zu alte Version von MacOS nutzte, ein Update (was mit seinem Mac auch machbar wäre) würde schon reichen. Er beharrte aber darauf, den Drucker zurückgeben zu müssen. Zuerst war er freundlich, dann wütend, dann verzweifelt und am Ende dann stinksauer. Anfangs war es noch die EU, die eine Rücknahme vorschreibt, dann war es deutsches Recht, innerhalb der Garantie alles ohne Angabe von Gründen zurückgeben zu können und am Ende bezog er sich dann auf die 14 Tage Rückgabemöglichkeit bei Geschäften z.B. mit Onlineshops. Mein Hinweis, dass nicht nur diese 14 Tage bei ihm schon recht großzügig verstrichen wären sondern KEIN Onlineshop ein Gerät in diesem Zustand wieder zurücknehmen würde sorgte für einen Wutausbruch beim Kunden. Auf ein weiteres „Sie sind verpflichtet! Was soll ich denn mit dem Gerät verdammt?“ verlor ich dann die Lust auf Diskussionen und erklärte nur noch kurz, dass er wohl keinen Händler finden würde, der so Kulant wäre, ein solches Gerät einfach mal so zurückzunehmen.

„Wenn ihr Unternehmen einen SO schlechten Service hat, dann sehen sie mich nie wieder. Alle anderen Läden hätten sich nicht so angestellt. Auf wiedersehen!“

Nun gut, ich bezweifle immer noch, dass irgend ein anderer Händler freiwillig 60 Euro in die Tonne wirft, nur weil der Kunde sich nicht beraten lassen wollte, Lösungsvorschläge ignoriert und generell unfreundlich auf nicht vorhandenes Recht pocht.

Ein paar Minuten später stand der Mann übrigens erneut vor mir. „Ich habe das übrigens NICHT so gemeint. Auf Wiedersehen sage ich zu ihnen nicht. Wir sehen uns garantiert nicht wieder!“.

Stimmt. Und ich muss zugeben, dass ich über diesen Fakt auch nicht wirklich unglücklich bin.

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7 comments so far

  1. BIGede on

    Ähnliches durfte ich vor ein paar Wochen auch erleben. Die Leute sind felsenfest der Meinung, sie können die Artikel, die sie im Laden gekauft haben, innerhalb 2 Wochen wieder zurückgeben. Wenn man dann mit Fernabsatzgesetz kommt und das es nur reine Kulanz ist, etwas zurück zunehmen, will es dann keiner hören. Die sind alle „Onlineshop“-verseucht 🙂

    Am besten man gibt bei jedem kauf im Laden, noch einen Disclaimer mit der Rechnung dazu. Aber selbst das würde wahrscheinlich nicht helfen.

  2. Ta Lun on

    Sowas kommt leider immer öfter vor. Ich finde ja bei Onlineshops ist das eine gute Lösung aber wenn der Käufer im Laden die Möglichkeit hat sich die Geräte anzusehen und eine Beratung zu bekommen sollte man dieses auch nutzen. Wen der Verkäufer dann keinen mißt erzählt dann würde ich das Gerät auch nicht zurücknehmen.

    Ich hoffe auf mehr Beiträge von dir, denn es ließt sich sehr angenehm und kommt sehr bekannt vor. (leider)

  3. computerfuzzi on

    Wobei der Kunde ja auch im Onlinehandel keine Chance auf Rücknahme des Druckers gehabt hätte. Wäre ja auch noch schöner – da besorge ich mit nen Drucker, drucke meine Urlaubsfotos und gebe ihn ohne Verlust zu machen gebraucht und mit leeren Tintentanks zurück.

  4. Vin on

    jaja, so hab ich mir das früher mal ausgemalt:
    Fernseher im Netz bestellen, nach einer Woche noch einen Kaufen, diesen dann als den ersten Verpacken und zurück schicken. Das selbe dann mit dem zweiten usw. 😀
    Hat leider nicht so geklappt.

  5. aga80 on

    Hey wenn ich in einem Onlineshop kaufe, nehme ich fehlende Beratung und k/ein Ladengeschäft in der Umgebung aus Preisgründen in Kauf.

    Aber vor einigen Monaten war ich dann doch auch mal wieder vom Service eines großen Elektromarktes überrascht.
    Die haben ohne mit der Wimper zu zucken ein 1,5 Jahre altes Autoradio, bei dem der SD-Card Reader ausgefallen war, zurück genommen, da sie gerade kein vergleichbares Gerät da hatten, dabei wollte ich nur eine Reparatur.

    • David2.0 on

      Die größeren Märkte machen das IMHO auch so unkompliziert mit der Rücknahme weil die Beratung so unterirdisch ist. Da ist es ja nie auszuschließen das dem Kunden wirklich Mist erzählt wurde. Daher haben viele Kunden wohl auch das Märchen mit den 14 Tagen Rückgaberecht.

      Ich ärgere mich jedes mal wenn ich gezwungen bin auf die schnelle doch mal beim GeizMarkt etwas zu kaufen. Die Beratung ist teilweise wirklich nicht der Rede wert. Denn gute Beratung kostet Geld, welches der Kunde nicht ausgeben möchte.

    • MS on

      Nun ja, das Problem wird bei großen Einzelhandelsketten häufig genug bis zum Hersteller durchgereicht. Wenn dieser keine Marktmacht hat heisst es eben mitspielen oder ausgelistet werden. Da kann es sich der Einzelhandel mitunter einfach machen.


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