Angestubst: AMD Kabini für preiswerte Einsteiger-Computer

Vorbei sind die Zeiten, in denen ein PC mindestens 1000 Euro kosten musste, damit damit wenigstens Office flüssig läuft. Groß, laut und unhandlich müssen Computer auch nicht mehr sein. Selbst Tablets reichen heute schon für Internet und Office aus – wenn es sich dann noch um x86-Tablets mit Windows handelt, sogar für die gewohnte und oft lieb gewonnene Software.

Im Rahmen des Projekt Exodus habe ich vergangene Woche etwas mit einem sehr günstigen AMD-System herumspielen können. Als Prozessor kam dabei ein Kabini für den Sockel AM1 zum Einsatz. Der Quadcore-Prozessor aus der Sempron-Serie kostet etwa 29 Euro (bulk, also inklusive Lüfter) und taktet mit überschaubaren 1,3 GHz. Für 10 Euro Aufpreis gibt es den Prozessor auch mit 2,05 GHz und mit etwas flotterer GPU. Apropos GPU: Die ist bereits integriert und stammt aus AMDs R-Serie. Es handelt sich um die langsamste GPU-Lösung von AMD, R3 genannt.

Kabini konkurriert mit Intels Atom-Serie. Die Rechenleistung des Sempron liegt etwas unter der eines Z3000-Atoms, dafür ist die Grafikleistung deutlich besser. Das war übrigens auch der Grund, weshalb wir uns bei Exodus für den Sempron entschieden haben: Die Schiffssysteme benötigen eine gewisse Grafikperformance, die Intels HD Graphics im Atom leider nicht bieten konnte. Die CPU-Power des Sempron hingegen reicht aus.

Übrigens, Kabini gibts nicht nur im Desktop sondern auch ganz populär in vielen Wohnzimmern: Sowohl die XBox One als auch die Playstation 4 nutzen die Jaguar-Rechenkerne der Kabini-Prozessoren. Während unser Exodus-Quad jedoch nur vier Kerne unter der Haube hatte, arbeiten bei Microsoft und Sony derer acht, zudem mit etwas höherem Takt und zumindest bei Sony auch mit schnellerem Speicher.

Zur Seite gestellt hatten wir dem Prozessor eine preiswerte Kingston-SSD mit 128 GByte Kapazität für gerade einmal 45 Euro sowie (testweise) zwei beziehungsweise vier Gigabyte DDR3-RAM. Zusammen mit einem günstigen Netzteil/Tower-Konstrukt und einem mit 25 Euro sehr preiswerten Mainboard von ASRock ergab das schon einen vollwertigen PC. Die Kosten: deutlich unter 200 Euro, mit HDD statt SSD wäre weiteres Einsparpotential vorhanden.

Die Leistung? Ausreichend. Windows 7 war flott installiert und lief nach der Installation aller benötigten Treiber auch mit nur zwei Gigabyte erfreulich flüssig. Die sehr guten Boot- und Ansprechzeiten sind der SSD geschuldet, die Performance im Alltag jedoch verantwortet der Prozessor. Sicher, bei Installationen müht sich das System etwas länger ab als beispielsweise ein i3 oder i5. Für Office, Internet und Multimedia jedoch ist die Performance mehr als ausreichend. Sobald es um (grafisch weniger anspruchsvolle) Spiele geht, ist zudem die deutliche Mehrleistung gegenüber dem Atom zu sehen. Klar, das Kabini-System eignet sich nicht für Highend-Spiele, wer aber an seinem Wohnzimmer-PC gelegentlich mal ein älteres Game oder ein Indie-Spiel starten möchte, wird hier gut bedient. Selbst Titel wie Brütal Legend laufen noch ausreichend flott, was das System zu einem XBox-360-Konkurrenten machen könnte 😉 .

Bei Projekt Exodus werden die Kabinis in den Nutzerterminals versteckt sein. Die kaum vorhandene Abwärme bereitet uns so keine Probleme, die Leistung reicht aus und das Technik-Budget freut sich. Immerhin benötigen wir mindestens acht dieser Systeme, das geht mit „großen Systemen“ durchaus ins Geld. Als Alternative hatten wir übrigens Raspberry Pi’s und Banana Pi’s ins Auge gefasst. Die Banane jedoch bietet mangels Linux-Treiber so gut wie keine 3D-Beschleunigung, was sie sofort disqualifizierte und dem Rasberry Pi mangelt es massiv an CPU-Leistung. Dazu kommt, dass wir einen guten Stapel Bildschirme geschenkt bekommen haben – diese aber ausschließlich auf VGA setzen, was die Pi’s nicht ohne zusätzliche Hardware beherrschen, das ASRock-Board jedoch schon.

Fazit: Wer sich einen günstigen aber ausreichend schnellen Office-Rechner oder Wohnzimmer-PC basteln möchte, sollte sich AMDs AM1-Plattform und die dazugehörigen Kabini-Prozessoren genauer anschauen. Gegenüber Intels Atom ist die Plattform etwas preiswerter, bei den Grafikausgängen flexibler und flotter bei 3D-Anwendungen. Die geringere Rechenleistung hingegen fällt kaum auf. Eine SSD ist, trotz des vergleichsweise hohen Preises, allerdings eine sehr gute Idee um das System schnell reagieren zu lassen.

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