Kurz angeschaut: i.onik TM10.1 Tablet

Da wollte ich mich bis zum neuen Jahr abmelden und dann klappt das nicht. Warum? Weil der Paketbote mir ein Tablet überreicht hat, als Testmuster für einen größeren Kunden. Bislang habe ich ja sehr oft eher die Topmodelle getestet „weil die Leser sich nicht für preiswerte Geräte interessieren“. Offenbar scheint aber gerade die Experimentierfreude ausgebrochen zu sein. Mir solls recht sein, gibts hier im Blog endlich mal wieder die Chance zu mosern. Immer nur teure Luxusgeräte ohne größere Mängel – das ist ja auch langweilig auf Dauer.

Jüngst ist also das i.onik TM10.1 hier eingetroffen, ein recht voluminös wirkendes Tablet mit Metallgehäuse. Erster Eindruck beim herausfummeln aus der Packung: Verdammt, ist das schwer. Zugegeben, gegen das jüngst getestete Z3 Tablet Compact von Sony ist fast alles schwer. Aber dann war da ja auch noch das Windows-Tablet Yoga 2 von Lenovo, mit seinem großen Akkuknubbel. Das war auch alles andere als leicht, kommt mir aber rein subjektiv deutlich angenehmer zu tragen vor als das TM10.1.

Nächster Punkt: Innenleben. Hier gibt es verwirrende Angaben. So behauptet der Hersteller, der Akku wäre 6.000 mAh groß und damit recht leistungsstark. Diverse Testprogramme attestieren dem Akku aber nur 4.800 mAh. Mal sehen, wie es sich bei den Laufzeittests schlägt. Nächster Punkt ist der Prozessor. i.onik, übrigens ein deutscher Hersteller der vielen wohl eher für die Speichermarke Chips and More bekannt sein dürfte (ein klassischer Saturn/Media-Markt-Anbieter also) setzt auf einen eher unbekannten SoC, den Actions ATM7029B.

Und hier beginnt das Verwirrspiel. i.onik bewirbt das Tablet natürlich mit toller Quadcore-Power und wahnsinnigen 1,2 Gigahertz. Actions schreibt über den SoC, es wäre ein A9-Quadcore – zwar veraltet aber immerhin halbwegs flott und der Preisklasse des gerade einmal 140 Euro günstigen 10-Zollers angemessen.

Diverse Testprogramme, Wikipedia und Notebookcheck sowie ein Blick auf die Performance des Tablets sprechen aber andere Worte: Im Inneren dürfte eher ein A5 stecken als ein A9. Und das ist fatal – der A5 ist nie wirklich für Tablets oder Smartphones entwickelt worden sondern für Anwendungsbereiche, wo es weniger auf Leistung als auf Energieverbrauch ankommt. Das merkt man: Die Leistung ist kaum spürbar. Immerhin handelt es sich schon um den 7029B mit PowerVR-Grafik, die ältere Variante des Chips nutzte noch eine kaum unterstützte und endlos langsame Vivante-GPU. Trotzdem, das Tablet quält sich selbst auf der Startseite ab und ruckelt in jedem Menü schlimm vor sich hin. Das bringt keinen Spaß und sorgt für massive Hassgefühle.

Dennoch, ich muss mich durch den Test quälen. Mal sehen, wie es dann im neuen Jahr um meinen Geisteszustand bestellt ist 😉 . Bis dahin: Kaufwarnung wenn ihr euch ein günstiges Tablet zulegen wollt. 50 Euro mehr und es gibt sinnvollere Tablets wie das Trekstor SurfTab aka „VolksTablet“. Mit dem TM10.1 jedenfalls dürfte absolut niemand glücklich werden. Und Chips&More sollte sich überlegen, ob es dem eigenen Ruf so gut tun, solch einen Elektroschrott aus China zu importieren und mit eigenem Namen zu versehen.

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1 comment so far

  1. verkaeuferchen on

    Ach ja, i.Onik. Dazu kann ich dir Geschichten erzählen. Es endet auf jeden Fall mit zwei Insolvenzen, einem Haufen Elektroschrott und viele verärgerte Kunden. CN Memory oder Chips ’n More, wie die Firma hieß, gibt esbso ja schon lange nicht mehr, dank der Tablets. Platinum hat dann den Billig-Speichermarkt übernehmen wollen um kurz darauf das Geschäftsfeld Speicher an SK zu verkaufen.

    Aber inzwischen ist i.Onik nicht mehr der günstigste Tablet-Hersteller. 7″ von Denver gibt es für 44,99.. High Quality hört man es schreien X.x


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