Man kann sich auch dumm anstellen..

Ein Kunde kauft ein Samsung-Notebook. Da es sich um ein etwas älteres Modell handelt, ist dort noch Windows Vista installiert, der Kunde bekommt aber einen Gutschein für ein gratis-Windows7-Update dazu. Da ich schon mitbekommen habe, dass die Samsung-Internetseite viele Geräteklassen als angeblich „nicht upgradeberechtigt“ einstuft, gebe ich dem Kunden gleich noch die kostenfreie 0800-Telefonnummer vom Servicecenter des Upgradedienstleisters mit.

Knapp 10 Tage nach dem Kauf erscheint der Kunde wieder und gibt das Notebook zurück. Leider nicht bei mir sondern bei meinem Teamleiter. Der Kunde beschwert sich, dass das Upgrade ja 25 Euro kosten würde. Fragezeichen in den Augen des Teamleiters. Nee, der Upgradegutschein, den würden die ja nicht annehmen. Noch mehr Fragezeichen. Und es wäre ja eine Frechheit, mit einer kostenlosen Hotline zu werben, wenn die Hotline von Samsung dann doch kostenpflichtig wäre. Ok, das ist sie tatsächlich. Die von Samsung. Die Hotline, die einem bei Upgradefragen aber gar nicht weiterhilft. Dafür gibt es ja die 0800-Hotline. Die hat der Kunde aber gar nicht angerufen. Denn bei der Samsunghotline konnte man ihm ja nicht helfen und wollte nur zu einer wahnsinnig teuren 0800-Hotline verweisen. Klar. Und dass die zufällig die gleiche Nummer hat, wie die, die dich ihm aufgeschrieben habe ist ja egal.

Langer Schreibe kurzer Sinn – mein Teamleiter hat dem Typen das Gerät zurückgenommen. Obwohl das Notebook stark verkratzt war, die Verpackung beschädigt war und ein Kratzer das Display verunstaltete. Ergo – unverkäuflich, Samsung nimmt es natürlich eh nicht zurück, also ein Totalschaden und viele hundert Euro Verlust. Warum? Weil ein Kunde zu dumm war, die Nummer anzurufen, die ich ihm aufgeschrieben und die die Hotline des Herstellers ihm genannt hat. Und weil mein Teamleiter jede Konfrontation scheut.

Netbook-Werbung

Da sitzt man an der Bushaltestelle und wartet brav auf den Transport zur Arbeitsstelle – in der Weihnachtszeit mangels anderer Freizeit mit dem Netbook auf den Beinen. Die ältere Dame, die auch auf den Bus wartet, schleicht plötzlich interessiert um mich herum und begutachtet das Netbook. „Das ist ja toll, ist das ein richtiger Computer? Und sie sind jetzt im Internet? Das geht?“ – Ich erkläre ihr pflichtschuldig die Welt der Netbooks, verrate Preise und Modelle und streue nur ganz am Rande Werbung für meinen Arbeitgeber ein, wo es die Geräte natürlich zu kaufen gibt. Vielleicht sollte ich mich als Werbeplattform vermieten, ist deutlich weniger anstrengend als die Hektik im Laden momentan.

Freudscher Versprecher?

Ein Herr verlangte bei einem Kollegen in der TV-Abteilung einen Receiver. Nicht mit DVB-T oder so, er wollte einen Vaginal-Receiver.

Puh, was für ein Glück, dass ich den Kunden nicht hatte. Ich hätte mir ein „Tut mir leid, Vaginal ist leider ausverkauft. Oral und Anal hätte ich noch anzubieten, von Anal würde ich aber abraten. Die sind immer schnell im Arsch..“ nicht verkneifen können.

Dagegen ist der THC-Monitor mit der LSD-Technik ja gar nichts.

Alte Frau + Drucker

Eine ältere Dame beschwerte sich neulich bitterlich, dass Computer ja so dumm sind und sie den Komfort einer Schreibmaschine vermisst – die bekommt man aber ja kaum noch und für ihr Modell gibt es keine Farbbänder mehr.

Ihr Problem war der Drucker an ihrem PC. Offenbar spinnt das antike Stück oder der nicht minder antike Treiber auf dem historischen Betriebssystem. Jedenfalls druckte der Drucker alle paar Tage mal nicht vernünftig sondern produzierte nur Buchstabensalat auf dem Papier.

Die Frau regte sich jetzt aber hauptsächlich darüber auf, dass sie dann ja den ganzen langen Brief wieder neu schreiben muss, weil der Drucker erst nach einem Neustart des Computers wieder korrekt funktioniert. Brief neu schreiben? Ja, zwei bis drei Stunden sitzt sie an langen Texten und das nervt ja furchtbar, wenn man das alles neu schreiben muss. Neu schreiben? Huh?

Wir haben ihr dann versucht schonend beizubringen, dass auch ihre Textverarbeitung die Möglichkeit besitzt, einen Text abzuspeichern und jederzeit wieder aufzurufen. „Oh, das geht? Der Schulungsleiter meines Computerkurses hat uns davon immer abgeraten. Das ist nicht gefährlich für den Computer? Dann wäre der ja doch besser als meine Schreibmaschine!“.

Weihnachtsgeschäft

So langsam aber sicher beginnt das Weihnachtsgeschäft an Fahrt aufzunehmen. Spätestens seit dem Release von Windows 7 und den damit vorinstallierten Geräten, ist täglich deutlich mehr Kundenaufkommen als in den Wochen vorher. Das bedeutet allerdings auch, dass viele kleine Anekdoten einfach untergehen oder mir die Zeit fehlt, sie zu bloggen. Ich verspreche aber, die interessanten Filetstücke im Hinterkopf zu behalten um sie hier aufzuschreiben, wenn sich die Zeit findet.

Die Anschaffung eines UMTS-Sticks für das schon vorhandene Netbook in Verbindung mit langen Fahrtzeiten täglich, könnten jedenfalls für gelegentliche Weihnachtsgeschäfts-Bloggereien sorgen.

Moderner PC

Ein älterer Herr wollte einen PC kaufen. So weit, so gewöhnlich. Er hatte eine Spickliste dabei, auf der ein paar technische Daten standen, die Liste hat ihm sein Nachbar geschrieben, damit er nicht übers Ohr gehauen wird und sich einen total veralteten PC andrehen lässt.

Jetzt verlangte der Mensch aber einen Computer, der auf keinen Fall weniger als 90 MHz, 32 Megabyte RAM und 2 Gigabyte Festplattenspeicher haben darf. Das war so weit kein Problem ;) . Aber der Rechner durfte auf keinen Fall ein anderes Betriebssystem als Windows 98 nutzen hat sein Nachbar vermelden lassen. Auf KEINEN Fall! Nur mit 98 komme der Nachbar schließlich gut zurecht und könne bei Problemen weiterhelfen. Und außerdem ist alles andere ja eh doof.

Nun, neue PCs mit Win98 konnte ich ihm nicht anbieten. Auch meine Beteuerungen, die Liste wäre doch minimal veraltet und 98 schon seit der Jahrtausendwende überholt fruchteten nicht.

Kurz bevor der Kunde leicht erbost den Laden verlassen hat, konnte ich einen Blick auf die letzten Zeilen seiner magischen Einkaufliste werfen. Dort stand dann mit roten Buchstaben : „Preis : maximal 1000 Mark!“ .

Windows7

Seit letzten Donnerstag verkaufen wir Rechner mit Windows7 (und auch die Retail-Version, die OEM-Variante gabs für 77 Euro schon einige Tage vorher). Heute endete also das erste Wochenende mit Win7-Werbung und entsprechenden Rechnerangeboten.

Es war die Hölle. Weihnachtsgeschäft? Nichts dagegen. Die Leute stürzen sich auf Windows 7, die 64Bit-Systembuilder ist ausverkauft, andere werden knapp. Krank. Das war nicht mal beim Start von XP so krass.

Kein Service hier, sowas aber auch

Zuerst einmal – ich lebe noch :) . Aber leider fehlt mir momentan aufgrund diverser anderer „Projekte“ und dem Warenlieferungswahnsinn der Vorweihnachtszeit etwas die Zeit. Ich gelobe aber, dieses Blog nicht zu vergessen.

Und natürlich geschehen auch weiterhin nette oder nicht so nette Episoden beim Verkauf. Heute haben wir es mit einem verständnislosen Druckerkäufer zu tun.

Besagter Herr erwarb vor gut vier Wochen einen Drucker der Marke Hewlett Packard. Ich erinnerte mich sogar noch an ihn, einen schweizer Dialekt hört man nämlich hier in der Gegend recht selten. Eigentlich sagte er allerdings beim Kauf des Druckers nicht allzu viel, Beratung wünschte er nämlich nicht, er kenne sich aus.

Einen knappen Monat nach dem Kauf dieses recht preiswerten Multifunktionsgerätes erschien besagter Herr wieder im Laden, seinen Drucker umklammernd. Er wolle das Gerät doch gerne zurückgeben, der Drucker wäre nicht kompatibel mit seinem Computer.

Nun. Generell müssen wir gar nichts zurücknehmen, zumindest nicht ohne berechtigte Beanstandung wie einem Defekt (und selbst in diesem Falle werden viele Dinge zur Reparatur eingeschickt). Da er noch recht freundlich war hätte ich ihm den Drucker sogar zurückgenommen – wenn er denn „wiederverkaufsfähig“ gewesen wäre. Der Drucker, nicht der Kunde. Bedeutet, dass die Originalverpackung vorhanden sein muss, alle Beilagen, möglichst ungeöffnet. Was gar nicht geht, sind benutzte Tintenpatronen. Vor allem nicht, wenn diese offenbar schon halb leer gedruckt wurden.

Genau diesen Punkt erklärte ich ihm. Und an einem „Es tut mir leid, diesen Drucker kann ich nicht mehr zurücknehmen. Sie haben die Patronen bereits benutzt, der Drucker weist Kratzer auf, die Verpackung ist nicht mehr vorhanden. In diesem Zustand würde dieses Gerät kein Händler aus Kulanz zurücknehmen.“ Anschließend versuchte ich noch, eine Lösung für sein Inkompatibilitätsproblem zu finden. Das einzige Problem war nämlich, dass er eine etwas zu alte Version von MacOS nutzte, ein Update (was mit seinem Mac auch machbar wäre) würde schon reichen. Er beharrte aber darauf, den Drucker zurückgeben zu müssen. Zuerst war er freundlich, dann wütend, dann verzweifelt und am Ende dann stinksauer. Anfangs war es noch die EU, die eine Rücknahme vorschreibt, dann war es deutsches Recht, innerhalb der Garantie alles ohne Angabe von Gründen zurückgeben zu können und am Ende bezog er sich dann auf die 14 Tage Rückgabemöglichkeit bei Geschäften z.B. mit Onlineshops. Mein Hinweis, dass nicht nur diese 14 Tage bei ihm schon recht großzügig verstrichen wären sondern KEIN Onlineshop ein Gerät in diesem Zustand wieder zurücknehmen würde sorgte für einen Wutausbruch beim Kunden. Auf ein weiteres „Sie sind verpflichtet! Was soll ich denn mit dem Gerät verdammt?“ verlor ich dann die Lust auf Diskussionen und erklärte nur noch kurz, dass er wohl keinen Händler finden würde, der so Kulant wäre, ein solches Gerät einfach mal so zurückzunehmen.

„Wenn ihr Unternehmen einen SO schlechten Service hat, dann sehen sie mich nie wieder. Alle anderen Läden hätten sich nicht so angestellt. Auf wiedersehen!“

Nun gut, ich bezweifle immer noch, dass irgend ein anderer Händler freiwillig 60 Euro in die Tonne wirft, nur weil der Kunde sich nicht beraten lassen wollte, Lösungsvorschläge ignoriert und generell unfreundlich auf nicht vorhandenes Recht pocht.

Ein paar Minuten später stand der Mann übrigens erneut vor mir. „Ich habe das übrigens NICHT so gemeint. Auf Wiedersehen sage ich zu ihnen nicht. Wir sehen uns garantiert nicht wieder!“.

Stimmt. Und ich muss zugeben, dass ich über diesen Fakt auch nicht wirklich unglücklich bin.

Müde!

Tag 1 nach der Inventur. Mal sehen, ob die Stimmung endlich wieder besser wird und ob die Kunden uns nachsehen, wenn es an der einen oder anderen Ecke noch etwas chaotisch aussieht, weil man nach so einer Inventur eigentlich ein bis zwei Tage bräuchte um die Unordnung wieder zu beseitigen. Und so eine Woche fühlt sich doof an ohne Sonntag. Böh.

Wenn ich jetzt von der Arbeit bloggen würde..

.. mein neuer Chef würde mich verklagen können. Nett wäre das nicht. *aufreg*

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