Alte Frau + Drucker

Eine ältere Dame beschwerte sich neulich bitterlich, dass Computer ja so dumm sind und sie den Komfort einer Schreibmaschine vermisst – die bekommt man aber ja kaum noch und für ihr Modell gibt es keine Farbbänder mehr.

Ihr Problem war der Drucker an ihrem PC. Offenbar spinnt das antike Stück oder der nicht minder antike Treiber auf dem historischen Betriebssystem. Jedenfalls druckte der Drucker alle paar Tage mal nicht vernünftig sondern produzierte nur Buchstabensalat auf dem Papier.

Die Frau regte sich jetzt aber hauptsächlich darüber auf, dass sie dann ja den ganzen langen Brief wieder neu schreiben muss, weil der Drucker erst nach einem Neustart des Computers wieder korrekt funktioniert. Brief neu schreiben? Ja, zwei bis drei Stunden sitzt sie an langen Texten und das nervt ja furchtbar, wenn man das alles neu schreiben muss. Neu schreiben? Huh?

Wir haben ihr dann versucht schonend beizubringen, dass auch ihre Textverarbeitung die Möglichkeit besitzt, einen Text abzuspeichern und jederzeit wieder aufzurufen. „Oh, das geht? Der Schulungsleiter meines Computerkurses hat uns davon immer abgeraten. Das ist nicht gefährlich für den Computer? Dann wäre der ja doch besser als meine Schreibmaschine!“.

Weihnachtsgeschäft

So langsam aber sicher beginnt das Weihnachtsgeschäft an Fahrt aufzunehmen. Spätestens seit dem Release von Windows 7 und den damit vorinstallierten Geräten, ist täglich deutlich mehr Kundenaufkommen als in den Wochen vorher. Das bedeutet allerdings auch, dass viele kleine Anekdoten einfach untergehen oder mir die Zeit fehlt, sie zu bloggen. Ich verspreche aber, die interessanten Filetstücke im Hinterkopf zu behalten um sie hier aufzuschreiben, wenn sich die Zeit findet.

Die Anschaffung eines UMTS-Sticks für das schon vorhandene Netbook in Verbindung mit langen Fahrtzeiten täglich, könnten jedenfalls für gelegentliche Weihnachtsgeschäfts-Bloggereien sorgen.

Moderner PC

Ein älterer Herr wollte einen PC kaufen. So weit, so gewöhnlich. Er hatte eine Spickliste dabei, auf der ein paar technische Daten standen, die Liste hat ihm sein Nachbar geschrieben, damit er nicht übers Ohr gehauen wird und sich einen total veralteten PC andrehen lässt.

Jetzt verlangte der Mensch aber einen Computer, der auf keinen Fall weniger als 90 MHz, 32 Megabyte RAM und 2 Gigabyte Festplattenspeicher haben darf. Das war so weit kein Problem ;) . Aber der Rechner durfte auf keinen Fall ein anderes Betriebssystem als Windows 98 nutzen hat sein Nachbar vermelden lassen. Auf KEINEN Fall! Nur mit 98 komme der Nachbar schließlich gut zurecht und könne bei Problemen weiterhelfen. Und außerdem ist alles andere ja eh doof.

Nun, neue PCs mit Win98 konnte ich ihm nicht anbieten. Auch meine Beteuerungen, die Liste wäre doch minimal veraltet und 98 schon seit der Jahrtausendwende überholt fruchteten nicht.

Kurz bevor der Kunde leicht erbost den Laden verlassen hat, konnte ich einen Blick auf die letzten Zeilen seiner magischen Einkaufliste werfen. Dort stand dann mit roten Buchstaben : „Preis : maximal 1000 Mark!“ .

Windows7

Seit letzten Donnerstag verkaufen wir Rechner mit Windows7 (und auch die Retail-Version, die OEM-Variante gabs für 77 Euro schon einige Tage vorher). Heute endete also das erste Wochenende mit Win7-Werbung und entsprechenden Rechnerangeboten.

Es war die Hölle. Weihnachtsgeschäft? Nichts dagegen. Die Leute stürzen sich auf Windows 7, die 64Bit-Systembuilder ist ausverkauft, andere werden knapp. Krank. Das war nicht mal beim Start von XP so krass.

Kein Service hier, sowas aber auch

Zuerst einmal – ich lebe noch :) . Aber leider fehlt mir momentan aufgrund diverser anderer „Projekte“ und dem Warenlieferungswahnsinn der Vorweihnachtszeit etwas die Zeit. Ich gelobe aber, dieses Blog nicht zu vergessen.

Und natürlich geschehen auch weiterhin nette oder nicht so nette Episoden beim Verkauf. Heute haben wir es mit einem verständnislosen Druckerkäufer zu tun.

Besagter Herr erwarb vor gut vier Wochen einen Drucker der Marke Hewlett Packard. Ich erinnerte mich sogar noch an ihn, einen schweizer Dialekt hört man nämlich hier in der Gegend recht selten. Eigentlich sagte er allerdings beim Kauf des Druckers nicht allzu viel, Beratung wünschte er nämlich nicht, er kenne sich aus.

Einen knappen Monat nach dem Kauf dieses recht preiswerten Multifunktionsgerätes erschien besagter Herr wieder im Laden, seinen Drucker umklammernd. Er wolle das Gerät doch gerne zurückgeben, der Drucker wäre nicht kompatibel mit seinem Computer.

Nun. Generell müssen wir gar nichts zurücknehmen, zumindest nicht ohne berechtigte Beanstandung wie einem Defekt (und selbst in diesem Falle werden viele Dinge zur Reparatur eingeschickt). Da er noch recht freundlich war hätte ich ihm den Drucker sogar zurückgenommen – wenn er denn „wiederverkaufsfähig“ gewesen wäre. Der Drucker, nicht der Kunde. Bedeutet, dass die Originalverpackung vorhanden sein muss, alle Beilagen, möglichst ungeöffnet. Was gar nicht geht, sind benutzte Tintenpatronen. Vor allem nicht, wenn diese offenbar schon halb leer gedruckt wurden.

Genau diesen Punkt erklärte ich ihm. Und an einem „Es tut mir leid, diesen Drucker kann ich nicht mehr zurücknehmen. Sie haben die Patronen bereits benutzt, der Drucker weist Kratzer auf, die Verpackung ist nicht mehr vorhanden. In diesem Zustand würde dieses Gerät kein Händler aus Kulanz zurücknehmen.“ Anschließend versuchte ich noch, eine Lösung für sein Inkompatibilitätsproblem zu finden. Das einzige Problem war nämlich, dass er eine etwas zu alte Version von MacOS nutzte, ein Update (was mit seinem Mac auch machbar wäre) würde schon reichen. Er beharrte aber darauf, den Drucker zurückgeben zu müssen. Zuerst war er freundlich, dann wütend, dann verzweifelt und am Ende dann stinksauer. Anfangs war es noch die EU, die eine Rücknahme vorschreibt, dann war es deutsches Recht, innerhalb der Garantie alles ohne Angabe von Gründen zurückgeben zu können und am Ende bezog er sich dann auf die 14 Tage Rückgabemöglichkeit bei Geschäften z.B. mit Onlineshops. Mein Hinweis, dass nicht nur diese 14 Tage bei ihm schon recht großzügig verstrichen wären sondern KEIN Onlineshop ein Gerät in diesem Zustand wieder zurücknehmen würde sorgte für einen Wutausbruch beim Kunden. Auf ein weiteres „Sie sind verpflichtet! Was soll ich denn mit dem Gerät verdammt?“ verlor ich dann die Lust auf Diskussionen und erklärte nur noch kurz, dass er wohl keinen Händler finden würde, der so Kulant wäre, ein solches Gerät einfach mal so zurückzunehmen.

„Wenn ihr Unternehmen einen SO schlechten Service hat, dann sehen sie mich nie wieder. Alle anderen Läden hätten sich nicht so angestellt. Auf wiedersehen!“

Nun gut, ich bezweifle immer noch, dass irgend ein anderer Händler freiwillig 60 Euro in die Tonne wirft, nur weil der Kunde sich nicht beraten lassen wollte, Lösungsvorschläge ignoriert und generell unfreundlich auf nicht vorhandenes Recht pocht.

Ein paar Minuten später stand der Mann übrigens erneut vor mir. „Ich habe das übrigens NICHT so gemeint. Auf Wiedersehen sage ich zu ihnen nicht. Wir sehen uns garantiert nicht wieder!“.

Stimmt. Und ich muss zugeben, dass ich über diesen Fakt auch nicht wirklich unglücklich bin.

Müde!

Tag 1 nach der Inventur. Mal sehen, ob die Stimmung endlich wieder besser wird und ob die Kunden uns nachsehen, wenn es an der einen oder anderen Ecke noch etwas chaotisch aussieht, weil man nach so einer Inventur eigentlich ein bis zwei Tage bräuchte um die Unordnung wieder zu beseitigen. Und so eine Woche fühlt sich doof an ohne Sonntag. Böh.

Wenn ich jetzt von der Arbeit bloggen würde..

.. mein neuer Chef würde mich verklagen können. Nett wäre das nicht. *aufreg*

Agressionen

Das kommt davon, wenn man Pause macht. Als ich nach dem Mittagessen wieder zurück in den Verkaufsraum kam, waren (wie so oft) alle Kollegen verschwunden. Bis auf einen, eine Aushilfe. Der arme Mensch ist nur zwei mal die Woche für ein paar Stunden bei uns und war, vollkommen nachvollziehbar, ein wenig überfordert. Zumal es sich gerade etwas füllte und entsprechende Menschenmengen um ihn herumstanden. Normalerweise bedient man in so einem Fall nach bestem Wissen und Gewissen der Reihenfolge des Erscheinens nach (in geordnete Schlangen stellen die Kunden sich ja nicht freiwillig ;) ).

Das wollte mein Kollege auch machen, nur waren zwei Herrschaften der festen Überzeugung vor dem jeweils anderen dort gewesen zu sein. Das artete als ich dazu kam auch gerade in einen bösen Streit aus, den mein Kollege zu schlichten nicht mehr in der Lage war.

„Du bleibst mal schön ruhig, ich war vor dir hier und warte schon mindestens eine halbe Stunde, ja!“ meinte Kunde A zu Kunde B.

„Mal schön locker bleiben, duzen darf mich nur mein Vater. Sonst gibts was!“ antwortete Kunde B ausgewählt freundlich.

Der Sicherheitsdienst hatte das wohl auch schon mitbekommen und war gerade auf dem Weg. Glücklicherweise kam ich dazu und konnte mit dem vernichtenden Argument, jetzt wären ja genug Verkäufer da und jede weitere Diskussion hilft sicher nicht, Zeit zu sparen Kunde A aus dem Gedränge ziehen. Sicherheitshalber vom Sicherheitsdienst verfolgt. Mein Kunde versuchte dann noch ein paar mal, mich dazu zu bringen, dem anderen Herren Hausverbot zu erteilen oder wahlweise meinen Kollegen zu kündigen – letztlich hat er aber dann doch nur einen Drucker gekauft. Puh.

Sowas kann (besonders an heissen Tagen, wo die Leute eh latent agressiv in den Laden kommen offenbar) schnell ausarten. Glücklicherweise scheine ich beruhigend zu wirken. Mein Kollege jedenfalls war sehr bleich um die Nase.

Reklamation

Wer sich ein Ausstellungsstück kauft, besonders wenn es sich um Notebooks handelt, sollte rechtzeitig nach Schönheitsfehlern suchen.

Nicht so, wie der Kunde, der sich ein Netbook aus der Ausstellung zu einem recht günstigen Preis kaufte und dann zwei Wochen später mit dem Gerät wiederkam um einen Preisnachlass zu fordern – er hätte einen Kratzer auf dem Gehäuse entdeckt. Und da er ja „Garantie“ hat, müssen wir das Ding nun zurücknehmen oder ihm noch einmal 50-100 Euro zurückzahlen (bei einem Kaufpreis von 280 Euro..). Der Kratzer war übrigens knappe 3mm groß und an einer Gehäuseecke, kaum sichtbar.

Das Argument, dass solche Schönheitsfehler unverzüglich nach dem Kauf gemeldet werden müssen, weil wir so nicht mehr ausschließen können, dass der Fehler nicht selbst verursacht wurde, sorgte allerdings für Unmut.

„Ich kenne den Chef, ruf den sofort an!“ – „Sorry, der ist momentan nicht im Hause, aber wenn sie ihn kennen, dann können sie ihn ja sicherlich selbst auf seinem Mobiltelefon anrufen und das klären. Er kann dann auch gerne mit dem Abteilungsleiter hier reden, der sieht den Fall nämlich genauso wie ich.“

Er zückte tatsächlich das Handy, drehte sich um und telefonierte. Wie ich später in Erfahrung bringen konnte, rief er bei unserer Information an und fragte nach dem Namen des Geschäftsführers und seiner Telefonnummer. Den Namen hat er bekommen, die Privatnummer natürlich nicht.

Dafür kam ein wenig später die komplette Familie und zeterte herum. Gebracht hat es ihnen nichts. Unser Chef kannte die Leute natürlich auch nicht und sah den Fall genauso wie wir.

Wie soll man denn SO abnehmen?

Schon einige Zeit sah man einen Kunden mehrfach die Woche bei den Notebooks herumstreichen, immer wieder eines der teuersten Modelle begutachten. Einige male durfte ich ihm davon vorschwärmen, gekauft hat er es dann aber doch nie. Erst als mein Chef den Preis zwecks Abverkauf recht drastisch reduziert hat wurde er wieder neugierig. Eigentlich sollte es nur ein Gerät für 500 Euro werden, letztlich hat er fast das dreifache ausgegeben und endlich sein Traumgerät erstanden.

Jetzt war der Mann nicht nur lange unentschlossen sondern auch noch überaus nett, einige längere Gespräche über Technik und Internet folgten. Heute abend grinste er mich dann an und meinte, er wüsste ganz genau, dass ich gleich Feierabend habe, daher würde er seine Fragen auch kurz fassen. Tatsächlich pünktlich war alles beantwortet und er glücklich. Als Dankeschön drückte er mir dann allerdings eine Tüte Schokopralinen in die Hand. Lecker!

Einer anderen Kundin installierte ich nebenbei ihren Rechner neu, kostenfrei als Serviceleistung. Da dabei einige Probleme auftraten, die während der Arbeitszeit und mit Kundenverkehr nicht auf die Schnelle behoben werden konnten, nahm ich in ihrem Einverständnis das Notebook für den Abend mit nach Hause, um mich dort intensiver damit beschäftigen zu können. Hat zwar alles wenig gebracht, da der vermeindliche Softwarefehler letztlich doch ein Hardwareproblem war – ihr Dank waren aber zwei sehr umfangreiche Pralinensortimente.

Manchmal stehen dann da auch einfach nur Gummibärchen oder anderes Knabberzeug auf dem Tisch, abgestellt von lieben Kunden, die sich so bedanken wollen (Trinkgelder dürfen wir nicht annehmen, eigentlich nicht einmal die Pralinen. Wenns aber einfach so auf dem Tresen steht ist es ja irgendwie nie angenommen worden oder? Wird ja eh geteilt..). Einmal fand ich dort eine Flasche Sekt und wieder ein anderer Kunde drückte mir vorm Laden einen Pott Honig in die Hand, von der eigenen Biene quasi.

Das sind alles absolut liebe Aufmerksamkeiten, die ich auch sehr zu schätzen weiß. Nur dünner wird man so leider nicht.

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